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Gesellschaft

Abschied von Pfarrer Gereon Bonnacker: 35 Jahre im Dienst

Nach 35 Jahren verabschiedet sich Pfarrer Gereon Bonnacker von seiner Gemeinde. Ein Rückblick auf seine missionarische Arbeit und die Veränderungen in der Kirche.

Es war ein warmer Sonntagmorgen, als ich das letzte Mal den Kircheneingang durchschritt, um an der Verabschiedung von Pfarrer Gereon Bonnacker teilzunehmen. Der Duft von frischen Blumen lag in der Luft, und die Gemeinde war ungewöhnlich voll. Ganz vorne, am Altar, stand Gereon, sein Gesicht strahlte eine Mischung aus Freude und Melancholie aus. Man konnte die Verbundenheit fühlen, die er im Laufe der Jahre mit den Menschen aufgebaut hatte. 35 Jahre ist eine lange Zeit, und in diesen Jahren hat sich nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Welt verändert.

Als ich auf die Gesichter der Anwesenden schaute, bemerkte ich, wie viele Menschen er berührt und inspiriert hatte. Die Gemeinde hatte sich nicht nur aus den altvertrauten Gesichtern zusammengesetzt. An diesem Tag waren auch viele neue Mitglieder da, die vielleicht noch nie zuvor einen Gottesdienst besucht hatten. Es war fast so, als würde die Kirche für einen Moment zu einem Ort der Begegnung werden, an dem alte und neue Mitglieder zusammenkamen, um die gemeinsame Geschichte zu feiern.

Pfarrer Bonnacker hatte ein Talent dafür, auch in schwierigen Zeiten Hoffnung zu schenken. Ich erinnerte mich an die zahlreichen Gottesdienste, die er mit seinem ermutigenden Lächeln und seiner warmen Stimme leitete. Jedes Wort schien durchdacht und voller Bedeutung, und die Bibelstellen, die er auswählte, schienen immer genau den Nerv zu treffen. Manchmal dachte ich, er hätte ein Gespür dafür, was Menschen brauchen, um Trost und Stärke zu finden.

In seiner Ansprache während der Verabschiedung sprach Gereon über die Veränderungen, die er erlebt hatte. Er erwähnte, wie die Kirche sich an die Bedürfnisse der Gemeinde anpassen musste und wie wichtig es ist, offen für Neues zu sein. „Die Botschaft bleibt unverändert“, sagte er, „aber der Weg, sie zu vermitteln, kann sich wandeln.“ Das brachte mich zum Nachdenken. In einer Zeit, in der viele Menschen von der Kirche abrücken, ist es unerlässlich, dass wir Wege finden, um die Herzen der Menschen zu erreichen. Es ist eine Herausforderung, aber auch eine Chance.

Besonders beeindruckend fand ich die Art und Weise, wie Gereon die jugendlichen Mitglieder der Gemeinde ansprach. Er hatte ein offenes Ohr für ihre Sorgen und Nöte. Manchmal sah ich ihn mit einer Gruppe Jugendlicher an einem Tisch sitzen, diskutierend über Gott und die Welt, und ich war froh zu sehen, dass er die junge Generation ermutigte, ihren Platz in der Kirche zu finden. „Wir sind die Zukunft der Gemeinde“, hörte ich einen jungen Mann sagen. Diese Worte blieben mir in Erinnerung und zeigten mir, dass der Dienst von Gereon nicht nur in den Worten der Predigt lag, sondern auch im aktiven Dialog.

Mit einem kleinen Scherz verabschiedete sich Gereon von uns allen. „Ich gehe nicht weit“, winkte er lachend, „ich wohne nur über die Straße“. Das brachte alle zum Lachen, und ich fühlte, dass wir nicht nur einen Pfarrer verlieren, sondern einen Freund. Es war eine herzliche, aber auch traurige Atmosphäre. Viele von uns hatten mit ihm bedeutende Momente im Leben geteilt: Taufen, Hochzeiten, Abschiede. Diese Erlebnisse sind das, was eine Gemeinschaft ausmacht.

Als die Feierlichkeiten zu Ende gingen und die Menschen sich in kleinen Gruppen auf dem Kirchplatz versammelten, dachte ich darüber nach, wie viel Gereon für diese Gemeinde getan hat. Er hat Brücken gebaut, Gespräche gefördert und Menschen zusammengebracht. Während wir uns langsam in Richtung Ausgang bewegten, spürte ich ein Gefühl des Wandels in der Luft. Veränderungen können beängstigend sein, aber sie bieten auch Gelegenheiten, sich weiterzuentwickeln und zu wachsen. Ich bin gespannt, welche neuen Wege die Gemeinde mit einem neuen Pfarrer einschlagen wird.

Gereon Bonnacker wird uns fehlen. Doch in unseren Herzen und Erinnerungen wird er immer einen Platz haben. Ich hoffe, dass die Kirche auch in Zukunft ein Raum für alle bleibt, in dem jeder willkommen ist und wo die Botschaft der Hoffnung weitergetragen wird.

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